Nach der Überflutung des Clemens-Sels-Museums infolge eines Starkregenereignisses im Jahr 2022 wurde das denkmalgeschützte Museumsgebäude umfassend saniert und zugleich zukunftssicher gegen vergleichbare Hochwasserereignisse geschützt. Ziel der Maßnahme war es, die erheblichen Schäden zu beseitigen und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit des Gebäudes zu erhöhen – ohne den architektonischen Charakter des bedeutenden Museumsbaus zu verändern.
Das in den 1970er-Jahren errichtete Gebäude zählt zu den wichtigen Werken des deutschen Architekten Harald Deilmann und ist ein herausragendes Beispiel der Spätmoderne. Der sensible Umgang mit der denkmalgeschützten Bausubstanz prägte daher sämtliche Planungs- und Ausführungsentscheidungen.
Die Sanierung umfasste sowohl die öffentlichen Ausstellungsbereiche als auch die Werkstätten und das Archiv. Besonders das Untergeschoss war von den Schäden betroffen: Nach dem vollständigen Rückbau auf den Rohbauzustand im Zuge der Trocknungsmaßnahmen wurde dieser Bereich vollständig neu aufgebaut. Die Arbeiten beinhalteten die Erneuerung der gesamten technischen Gebäudeausrüstung, den Einbau neuer Innenwände, eines neuen Estrichs sowie die vollständige Wiederherstellung sämtlicher sichtbarer Oberflächen.
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts war die Entwicklung eines nachhaltigen Hochwasserschutzkonzepts. Dieses kombiniert passive Maßnahmen mit technischer Vorsorge: Eine gezielte Geländemodellierung im Außenbereich leitet Niederschlagswasser vom Gebäude weg und reduziert so das Überflutungsrisiko. Ergänzend sorgen mehrere notstromgesicherte Regenwasserpumpen dafür, dass anfallendes Wasser auch bei einem Stromausfall zuverlässig abgeführt werden kann.
Dank einer intensiven Planungsphase und einer präzise koordinierten Bauausführung konnte das Museum bereits nach nur sechs Monaten Bauzeit wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet werden. Das Projekt verbindet die denkmalgerechte Instandsetzung eines architektonisch bedeutenden Gebäudes mit zeitgemäßen Anforderungen an Klimaanpassung, Resilienz und nachhaltiges Bauen.

